Spec-Driven Development mit Coding-Agenten

Spec-Driven Development
mit Coding-Agenten

Projektteil · WASP · Informatik Bachelor · TH Köln · WiSe 26/27

Drei kleine Softwareprojekte spezifikationsgetrieben mit Coding-Agenten realisieren und den eigenen Prozess iterativ verbessern.

Die bewusste Wiederholung des gesamten SE-Zyklus ist das zentrale Lernprinzip: Mit jedem Projekt verbessern die Studierenden ihre Fähigkeit, als Engineer, Architekt und Supervisor Agenten effektiv zu steuern.

Die Studierenden wenden die im Grundlagenmodul erworbenen Kompetenzen an, indem sie 3 kleine Softwareprojekte spezifikationsgetrieben mit Coding-Agenten realisieren und anschließend das erste Projekt evolutionär weiterentwickeln. Die abschließende Evolution des ersten Projekts zeigt, ob die eigenen Artefakte für eine langfristige KI-gestützte Weiterentwicklung tragfähig sind.

Der Fokus liegt auf der nachweisbaren Verbesserung des Prozesses über die Projekte hinweg, nicht auf einem perfekten Endprodukt.

Dieses Projekt ist Teil der Wahlspezialisierung (WASP) „Agentic Software Engineering" (ASE). Der Projektteil setzt die Teilnahme am Grundlagenmodul voraus.

Studiengang: Informatik Bachelor, TH Köln

Modultyp: Projektteil (10 ECTS) der WASP „Agentic Software Engineering"

Zeitraum: WiSe 26/27

Zeitaufwand: Ca. 2 Tage pro Woche

Gruppengröße: 10–15 Studierende, Teams von 2–5 Personen

Charakter: Forschungs- und projektorientiert, iterativ

Technologiestack: Programmiersprache und Framework frei wählbar (je nach Projekt)

Kontakt: Prof. Dr. Uwe van Heesch, Anja Bertels M.Sc.

Inhalt

Learning Outcome

Die Studierenden realisieren im Team vollständige Softwareprojekte spezifikationsgetrieben mit Coding-Agenten und verbessern ihren Prozess iterativ über mehrere Projektdurchläufe (WAS), indem sie

um als Teil eines Teams Softwareprojekte mithilfe agentischer KI effektiv umzusetzen, Verantwortung für Architektur und Qualität zu übernehmen und den gemeinsamen Prozess iterativ zu optimieren (WOZU).

Didaktisches Grundprinzip: Wiederholung als Lernprinzip

Statt eines großen Projekts durchlaufen die Studierenden 3 Projekte von Grund auf und kehren dann zum ersten zurück:

Projektherkunft

Die Projekte können aus verschiedenen Quellen stammen:

Projektstruktur

Phase 1 – Orientierung & erstes Projekt (Wochen 1–4)

Ersten vollständigen SE-Zyklus mit Agenten durchlaufen. Projektthema wählen, Requirements erheben, Architektur entwerfen, Implementierung steuern, testen. Erste Reflexion.

Phase 2 – Iterative Projekte (Wochen 5–10)

Projekt 2 und 3 (je 2–3 Wochen). Zwischen den Projekten: explizite Retrospektive. Fokus auf bessere Spezifikationen, effizientere Agentensteuerung, Parallelisierung von Arbeitspaketen.

Phase 3 – Evolution Projekt 1 (Wochen 11–13)

Rückkehr zum ersten Projekt. Neue Features oder Refactoring mit Agenten umsetzen. Prüfen, ob die damals erstellten Artefakte (Spezifikationen, ADRs, Kontextdokumente) ausreichen, damit Agenten das System weiterentwickeln können. Fehlende Artefakte nachpflegen und dokumentieren, was gefehlt hat.

Phase 4 – Auswertung und Reflexion (Wochen 14–15)

Erkenntnisse konsolidieren. Vergleich Projekt 1 vs. letztes Projekt. Lessons Learned.

Modulinhalte

Lehr- und Lernmethoden

Prüfungsform

Die Bewertung ist individuell, auch wenn in Teams gearbeitet wird. Der von den Agenten erzeugte Code fließt nicht in die Bewertung ein. Bewertet wird der Prozess: Steuerungskompetenz, Spezifikationsqualität, iterative Verbesserung und Reflexion.

1. Portfolio (40%, prozessbegleitend, individuell)

Jede Person führt von Anfang an ein eigenes Portfolio mit:

2. Mündlicher Walkthrough (60%, individuell)

Im Walkthrough wird der gesamte Inhalt des Portfolios besprochen: Spezifikationen, Architekturentscheidungen, iterative Verbesserung und Transfererkenntnisse.

Bewertungsrubric

Kriterium Gewicht 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte 3 Punkte
Portfolio (40%)
Spezifikationsqualität und Agentensteuerung 2 Keine substanziellen Spezifikationen erkennbar. Agenten werden ohne erkennbare Strategie eingesetzt. Grundlegende Spezifikationen vorhanden, aber kaum als Steuerungsgrundlage für Agenten konzipiert. Agentensteuerung bleibt ad-hoc. Spezifikationen dienen nachweislich als Steuerungsgrundlage. Agentenkonfiguration (AGENTS.md, Instructions) ist dokumentiert und begründet. Spezifikationen und Agentenkonfiguration wurden systematisch über die Projekte verbessert. Wirksamkeit ist dokumentiert und evaluiert.
Iterative Prozessverbesserung 2 Keine erkennbare Verbesserung zwischen den Projekten. Ansätze zur Verbesserung sind erkennbar, aber nicht systematisch. Retrospektiven sind oberflächlich. Nachweisbare Verbesserung von Projekt zu Projekt. Retrospektiven benennen konkrete Änderungen und deren Begründung. Systematische, dokumentierte Verbesserung über alle Projekte. Metriken oder qualitative Kriterien werden zur Bewertung des Fortschritts herangezogen.
Architektur und Artefaktmanagement 2 Keine Architekturentscheidungen dokumentiert. Repository-Struktur ist chaotisch. Grundlegende ADRs vorhanden. Repository-Struktur ist erkennbar, aber nicht für agentengestützte Evolution konzipiert. ADRs dokumentieren wesentliche Entscheidungen. Artefakte sind so organisiert, dass Agenten sie nutzen können. Artefakte in Phase 3 (Evolution) ermöglichen nachweislich agentengestützte Weiterentwicklung. Fehlende Artefakte wurden identifiziert und nachgepflegt.
Prozessdokumentation und Reflexion 3 Keine oder nur minimale Dokumentation. Keine Reflexion erkennbar. Dokumentation ist lückenhaft. Reflexion bleibt deskriptiv ohne kritische Einordnung. Entscheidungen und Prozess sind für jedes Projekt dokumentiert. Reflexion benennt konkret, was funktioniert hat und was nicht. Durchgängige Dokumentation über alle Projekte. Reflexion ordnet Ergebnisse ein, erkennt Grenzen und formuliert offene Fragen.
Mündlicher Walkthrough (60%)
Fachliche Begründung von Entscheidungen 2 Entscheidungen können nicht begründet werden. Einige Entscheidungen werden begründet, aber ohne Bezug zum Grundlagenmodul ASE. Entscheidungen werden nachvollziehbar begründet. Der Bezug zwischen ASE-Grundlagen und Projektumsetzung wird an konkreten Beispielen hergestellt. Entscheidungen werden auf Nachfrage zu jedem Aspekt begründet. Alternativen und deren Vor-/Nachteile werden differenziert diskutiert.
Transferleistung und Beurteilung 2 Keine Transferleistung erkennbar. Erkenntnisse bleiben auf den eigenen Fall beschränkt. Verallgemeinerungen sind oberflächlich. Es wird nachvollziehbar beurteilt, unter welchen Bedingungen Spec-Driven Development mit Agenten effektiv funktioniert und wo die Grenzen liegen. Erkenntnisse werden verallgemeinert. Es wird fundiert beurteilt, welche Faktoren den Erfolg agentischer Softwareentwicklung im Team bestimmen.
Umgang mit kritischen Nachfragen 2 Nachfragen können nicht beantwortet werden oder führen zu Widersprüchen. Nachfragen werden beantwortet, aber Antworten bleiben an der Oberfläche. Nachfragen werden sachlich und differenziert beantwortet. Wissenslücken werden offen benannt. Nachfragen werden ohne Hilfestellung fundiert und reflektiert beantwortet, auch über den unmittelbaren Kontext hinaus.

Notenberechnung

Insgesamt sind maximal 45 Punkte erreichbar (15 Gewichtspunkte × 3 Punkte). 0 Punkte in einem der Portfolio-Kriterien führen automatisch zum Nichtbestehen.

NotePunkte
1,041–45
1,338–40
1,735–37
2,033–34
2,331–32
2,729–30
3,027–28
3,324–26
3,721–23
4,018–20
5,00–17

Voraussetzungen

Besonderheiten